Sonntag, 19. März 2017

Burgen & Schlösser

Eine Tour im Dreiländereck BE - NL - DE


Die Route, insgesamt knapp 170 Km lang ( mit An- und Abfahrt ) und gespickt mit Burgen, Schlössern und Herrenhäusern.

Diesen Schildern soll man, im Uhrzeigersinn, folgen. Das führte dazu, dass wir / ich diese Tour im Prinzip zwei mal gefahren haben. Im Westen und Norden sind schlichtweg keine Schilder vorhanden, im Osten wird es dann etwas besser um im Süden wieder nach zu lassen.


Aber mal von Anfang an. Am Sonntag 12/03/2017 habe ich mich mit meiner Frau auf den Weg gemacht um diese Themenroute zu fahren. Da wir von Westen kommen war der einstieg in Runde
St. Pieters - Voeren mit der Kommanderie

Bis dahin alles easy, es sollte weiter gehen Richtung Norden. Aber keine Schilder zu finden, ich hatte zwar mein Navi dabei aber die Route nicht drauf und die Tourenbeschreibung auf Papier lage auf meinem Schreibtisch - perfekt.

Aber nur nicht verrückt machen, ich gebe Gemmenich ins Navi ein und wir finden ein Lokal und eine Infotafel. Also erstmal relaxen und dann einen blick auf die Tafel wie es weiter gehen soll.





Wir müssen Richtung Kelmis und von da aus nach Raeren, schön ich hätte jetzt die Route am Navi planen können, aber warum denn..... An der nächsten Kreuzung wusste ich warum, keine Schilder - wo bitte geht es hier nach Kelmis - im Zweifel geradeaus, falsch. Wir sind noch einige Km gefahren, aber ich will hier aufhören über einen missglückten Versuch zu berichten und fange mit dem zweiten Versuch an.

Der zweite Versuch

Am Donnerstag den 16/03/2017 starte ich, diesmal alleine, zum zweiten Versuch. Der Wetterbericht sagt Sonne und Wolken bei 17 Grad, die Tour ist im Navi, gegen 10:00 geht es los.









Ich verlasse Tongeren und biege in Riemst Richtung osten ab. Es geht über teilweise recht schmale Straßen durch die "Blauen Ardennen" Richtung, den schon oben erwähnten, St. Pieters - Voeren. Wobei es auf dem Weg dorthin auch schon mal zu einer heftigen Entschleunigung kommt.




 Vorher komme ich noch am Landgut Altembrouck vorbei um dann die Kommanderie zu erreichen


Die Geschichte der Komturei (eine Kommanderie des Deutschen Ritterordens) von FouronSt.Pierre, flämisch Sint-Pieters-Voeren, geht auf Ritter Daniel van Voeren zurück. 1242 übergab der Edelmann seinen Besitz dem Deutschen Ritterorden. Der Deutsche Ritterorden entstand zur Zeit der Kreuzzüge. Mitglied konnten allein Vertreter des Reichsadels werden. Erst 1602-1625 wurde die Komturei des Deutschen Ritterordens im Stil der Maasländischen Renaissance neu errichtet. Im dazugehörigen Park stößt man auf die 1666 in Stein gefasste Quelle der Voer, deren Wasser die Fischteiche und Gräben der Komturei speist. Malerisch spiegelt sich die aus lachsroten Ziegelsteinen erbaute Anlage im Wasser. Apropos Wasser: An der südöstlichen Seite
wird in einem Fischrestaurant serviert, was in
den Teichen gezüchtet wird. Baulich wurde die Komturei seit dem 17. Jh. nur unwesentlich verändert. Um 1900 ist der Haupteingang mit seinen drei Türmen auf die Südseite verlegt worden. Davor war die Eingangsbrücke 
an der Nordseite, wie man es auf einem Stich von Romeyn de Hoogh (1700) sehen kann. Zu dieser Zeit war der Bauernhof
auch nicht vom Schlosshof getrennt. Seit Ende des 19. Jh. befindet der Eingang des Bauernhofs im Westen.


(Quelle Tourist Info Ostbelgien)

Von hier aus führt mich der Weg nach Sippenaeken zur Burg Beusdael

Ein Gebirge aus Türmen, Türmchen, Dachreitern und zwiebelförmigen Schieferhauben kündigt Schloss Beusdael an. Die herrliche Anlage scheint inmitten saftiger Wiesen in einer Talmulde. Auch Beusdael ist eine Wasserburg mit entsprechenden Gräben. Gespeist werden die Wassergrä-
ben vom Terziekerbach, einem kleinen Nebenbach der Göhl.
Augenfälligster Teil der Anlage ist ein klobiger, aus Haustein errichteter Bergfried aus dem 13.Jh. Mit bis zu 2,50 Meter dicken Mauern ragt der Bergfried stolze 28 Meter empor. Aus roten Ziegelsteinen dagegen wurden der Palas und der deutlich kleinere Westturm erbaut. Das imposante Dach des Palas stammt noch aus dem 17. Jh., was auch für die zwiebelförmigen Dachhauben von
Bergfried und Westturm gilt. Wichtige Indizien zur Datierung des Daches sind die Wetterfahnen, sechs an der Zahl, die den
Bergfried und den Westturm bekrönen. Sie tragen das Wappen des Gerard Colyn und dessenEhefrau Alexandrine von Efferen, die die Herrschaft Beusdael von 1606 bis 1643 besaßen. Ein
Wappenstein Colyn von Efferen trägt die Jahreszahl 1626. Gut 250 Jahre später, genauer gesagt 1882, fügte der damalige Hausherr Graf d´Oultremont eine neogotische Kapelle, das etwas überdimensionierte Portal mit zwei flankierenden Türmchen und die Steinbrücke hinzu.
 (Quelle Tourist Info Ostbelgien)








Weiter geht es via Gemmenich, Kelmis nach Eynatten ( in Kelmis sehe ich das erste Schild der Burgenroute )


 Das Amstenrather Haus wird auch schlicht
„Herrenhaus“ genannt. Allein die Lage unweit
des Dorfweihers ist berückend. Wassergräben
schützen den Bau aus dem frühen 16. Jh. Seinheutiges Aussehen erhielt das von den Herren von Eynatten errichtete Herrenhaus erst 1709. Damals hatten bereits die Herren von Amstenrath
die Burg übernommen. Eine dreibogige Brücke, die die ehemalige Zugbrücke ersetzt, führt auf den Torpavillon mit
dem schlichten Portal zu. Ein wuchtiger quadratischer Turmbau flankiert den Pavillon zu beiden Seiten.







Auf der Rückseite weitet sich der Wassergraben zu einem Weiher, auf dessen Fläche sich das Herrenhaus samt hoher Trauerweiden spiegelt. Nur wenige Fenster öffnen die Außenmauern aus Bruchkalkstein. Wetterfahnen ragen auf den steilen Walmdächern stolz empor. Ein gepflegter Park umgibt
das kompakte Herrenhaus mit den Wassergräben und trägt zum romantischen Gesamtbild bei.

(Quelle Tourist Info Ostbelgien)








Von Eynatten geht es weiter nach Raeren

 Unverwüstlich erhebt sich die Wasserburg von
Raeren über dem alten Töpferort, und zwar genau am Zusammenfluss von Iter und Periolbach. Ein von Linden gesäumter kopfsteingepflasterter Weg führt auf das Portal zu. Der Burggraben, der vom Flüsschen Iter gespeist wird, ist in Teilen
erhalten. Die Baugeschichte von Burg Raeren ist gut an den einzelnen Teilen der stattlichen Anlage abzulesen. Den Kern bildet ganz klassisch ein Wohn- und Wehrturm aus dem 14. Jh., der 1583 zum repräsentativen Palas erweitert wurde. Auch
dem 16. Jh. stammen die Wirtschaftsgebäude (im 19. Jh. nach einem Brand erneuert), aber auch die runden, von Zinnen gekrönten Ecktürme und die Umfassungsmauern. Die Stichbogenfenster gehen auf einen Umbau 1738 zurück, die bodentiefen Spitzbogenfenster auf die Zeit um 1900. Von
1791 bis 1916 war die Burg Wohnsitz der Familie Nijs und von der Gracht, deren Wappen das herrschaftliche Hofportal krönt.
Die Burg beherbergt seit 1963 das Töpfereimuseum von Raeren. Aus dem Ort wurde vom 16. bis ins 19. Jh. Steinzeug in alle Welt exportiert. Über 2000 Exponate dokumentieren in sechs Sälen die
einstige Bedeutung der Töpfereien. Markenzeichen waren braune Krüge mit drei Henkeln. Die meisten ausgestellten Stücke wurden bei Ausgrabungen vor Ort gefunden. Die selbstbewussten
Handwerker nahmen kein Blatt vor den Mund. Jan Emens-Mennicken, Raerens berühmtester Töpfer, verzierte um 1590 seine Bierkrüge mit deftigen, kirchenkritischen Sprüchen - nachzulesen auf einem der Krüge in den Vitrinen. Römische und zeitgenössische Keramik aus der Euregio Maas-Rheinspannen einen kulturhistorischen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart, geographisch vom ostbelgischen Raeren bis ins rheinländische Frechen. T +32 87 85 09 03 / www.toepfereimuseum.org
 (Quelle Tourist Info Ostbelgien)

Es geht weiter über Kettenis nach Astenet



Prachtvoll ist der Anblick des von allen Seiten mit Wassergräben geschützten Schlosses. Der Bau erhebt sich knapp 1 Kilometer außerhalb von Kettenis in einer Niederung. Schon allein die spätmittelalterliche Vorburg mit den beiden markanten Rundtürmen betont den besonderen Stellenwert der Schlossanlage. Der Hauptbau mit dem ausladenden Mansarddach und der schieferverkleideten Turmnadel auf dem Seitenflügel stammt aus dem 18. Jh. Fast verschämt versteckt sich auf der Rückseite das Fachwerk des oberen Geschosses. 1750 fiel der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer. Ursprünglich residierten hier die Herren von Libermé.









Es folgten andere Adelsgeschlechter, bis schließlich ein
Hotelier aus Friesenrath das marode Anwesen 1964 zum
eleganten Hotel-Restaurant umbauen ließ. Als solches
wurde Schloss Libermé bis 1994 betrieben. Heute wird
das Schloss von Zeit zu Zeit für festliche Kammerkonzerte geöffnet.
 
(Quelle Tourist Info Ostbelgien)















 Mit der vornehm weißen Fassade, dem von Zinnen gekrönten, ebenfalls weißem Zierturm und dem eleganten Torbau, der vermutlich auf den berühmten Aachener Barockbaumeister Johann Joseph Couven zurückgeht, wirkt Schloss Thor
ausgesprochen nobel. Baumeister war JohannHeyendal, betuchter Steuereinnehmer des Herzogtums Limburg, der den Bau 1700 in Auftrag gab. Der weißgetünchte Haupttrakt mit dem kopfsteingepflasterten Innenhof davor besticht durch perfekte Proportionen. Sechs Achsengliedern die Fassade im Louis XV-Stil. Fensterlaibungen aus Blaustein setzen farbliche Akzente. Die an der Fassade angebrachten Maueranker geben das Erbauungsjahr an. Erst 17 Jahre später kam der Torbau hinzu,
und nochmals 21 Jahre später wurde der Gartenflügel angebaut. 1840 ließ der aus Aachenstammende Schlossherr Dr. Friedrich Lamberz den Turm im Winkel von Haupthaus und Gartenflügel erhöhen und mit einem Zinnenkranz abschließen. Sein Nachfahre Friedrich Lamberz gab dem Hause 1947 eine neue Bestimmung. Das auch „Château Thor“ genannte Schloss wurde zu
einem renommierten Restaurant, das bis 1997 als solches weitergeführt wurde. Seitdem ist Schloss Thor Hotel-Restaurant und Schönheitsfarm.  Innen blieb viel von der Originalausstattung erhalten,  wie etwa eine Stuckdecke in der ehemaligen Kapelle oder Ledertapeten mit biblischen Motiven im Salon.
T +32 87 65 90 37 / www.chateau-thor.com

(Quelle Tourist Info Ostbelgien)



Ich fahre weiter nach Moresnet. Hier gibt es weder Burg noch Schloss zu sehen



Der Moresneter Eisenbahnviadukt spannt sich in schwindelnder Höhe über das Göhltal. Mit 1300 Metern Länge und 58 Metern Höhe gilt es als höchste und längste Brückenkonstruktion Belgiens. Das auf 21 Betonpfeilern ruhende technische Wunderwerk setzt sich aus 22 Stahltafeln zusammen und wurde
1915-1917 zur Versorgung deutscher Truppen an der Westfront errichtet. Die Bauarbeiten wurden unter schwersten Bedingungen von russischen Kriegsgefangenen durchgeführt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Viadukt 1944 von sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt.
Der Wiederaufbau dauerte fünf Jahre. Heute verbindet die doppelgleisige Brücke die Bahnhöfe
Aachen-West mit dem Güterbahnhof Montzen. Vor einigen Jahren erfolgte eine Modernisierung des Viadukts, auf dem durchschnittlich an die 90 Güterzüge pro Tag das Göhltal durchqueren.
 (Quelle Tourist Info Ostbelgien)














Da ich noch etwas einkaufen muss und am heutigen Abend Fußball ( Europa League ) kommt wird es Zeit an die heimfahrt zu denken


durch schöne Orte und Landschaften


zum Schluss noch ein Herrenhaus am Rande des Weges
 Zum Schluss:
Ich war sechs Stunden bei schönem Wetter unterwegs und habe nicht alle Schlösser und Burgen gesehen, aber es gibt ja auch noch ein nächstes mal. Noch etwas, viele der Sehenswürdigkeiten sind in Privatbesitz also nicht zu besichtigen.


Hier noch das Video




Noch eine kleine Vorschau, in ein oder zwei Wochen geht es nach Zeeland/NL ( sowie das Wetter für drei Tage mitspielt )